Der Tag begann mit einigen Unannehmlichkeiten. So wurde mir am Abend zuvor vom Trainer unseres Gegners aus Zug, Paul Tschudi, mitgeteilt, dass wir zuwenig Spieler beim Schachbund gemeldet hätten, um überhaupt am Turnier teilzunehmen. Mit Schrecken musste ich daraufhin feststellen, dass meine Meldeliste noch immer im Postausgang meines Mailclients steckte. Dank den positiven Worten von Paul sowie der verständnisvollen Reaktion von SJMM-Spielleiter Philippe Zarri ist dieses Problem mittlerweile gelöst und wir können weiterhin mitmischen.

Danach musste Matthias Plüss krankheitsbedingt forfait erklären. Da Ersatzspieler Elija Spichtig an einer Geburtstagsfete weilte, sprang Noé Spichtig auf Brett 3 ein.

So lauteten die Paarungen unserer Premiere wie folgt:

Brett Nr. Weiss Schwarz
1 Marius Roos (Sarnen)  Fabian Roshardt (Zug)
2 Orlando Brunner (Zug) Henrik Eberhardt (Sarnen)
3 Noé Spichtig (Sarnen) Linus Schlummberger (Zug)
4 Aaron Steinhübl (Zug) Robin Kiefer (Sarnen)

Partie von Marius

Marius kam gut aus der Eröffnung und konnte mit diversen Fesslungen den favorisierten Roshardt ins Grübeln bringen. Leider setze Marius seinen Springer unglücklich auf c7, fand darauf kein Feld mehr und musste den Springer gegen einen Bauern eintauschen. Dies war die Entscheidung.

SJMM 2015 Roos, Marius - Roshardt Fabian (0 : 1)

[pgn parameter=value ...] 1. e4 c6 2. Nf3 d5 3. exd5 cxd5 4. d4 Nf6 5. Nc3 Bf5 6. Bb5+ Nbd7 7. O-O e6 8. Bg5 Be7 9. Ne5 a6 10. Bxf6 axb5 11. Bxe7 Qxe7 12. Nxb5 Nxe5 13. dxe5 O-O 14. Nd6 Bg6 15. Nb5 Qb4 16. Nc7 Rac8 17. a3 Qb6 18. Nxd5 exd5 19. Qxd5 Rxc2 20. Rac1 Rxb2 21. Rc5 h6 22. Qd6 Qd8 23. Qxd8 Rxd8 24. h3 Rdd2 25. Rc8+ Kh7 26. Re1 Rxf2 27. e6 Rxg2+ 28. Kh1 Rh2+ 29. Kg1 Rbg2+ 30. Kf1 Bd3+ 31. Re2 Rxe2 32. Re8Rh1# [/pgn]

Partie von Henrik

Mit den schwarzen Steinen gelangte er in eine ausgeglichene Stellung im Mittelspiel, wobei Henrik sogar etwas mehr Initiative hatte. Sein Verhängnis wurde leider eine missglückte Rochade, bei welcher er zuerst den Turm berührte. Da bei der Rochade jedoch immer zuerst der König bewegt werden muss, reklamierte sein Gegner regelkonform, dass er nicht die Rochade, sondern einen Zug mit dem Turm machen müsse. Dies schwächte Henriks Königsflügel und beeinträchtigte irgendwie auch seine Konzentration. Die folgenden Ungenauigkeiten sowie der Druck auf der Königsseite kostete ihn leider die Partie. Die Notation weist zuletzt eine Ungenauigkeit auf, daher fehlen die letzten Züge bis zum Matt.

[pgn parameter=value ...] 1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Qe7 4. d3 Nf6 5. Bg5 d6 6. Bd5 Be6 7. Nc3 h6 8. Bxf6 Qxf6 9. Bxc6+ bxc6 10. d4 d5 11. dxe5 Qf4 12. exd5 cxd5 13. Nxd5 Qe4+ 14. Ne3 Bb4+ 15. c3 Bc5 16. Qc2 Qb7 17. O-O-O Rf8 18. Nf5 Rg8 19. Qa4+ c6 20. Nd6+ Ke7 21. Nxb7 Bd7 22. Nxc5 Rad8 [/pgn]

Partie von Noé

Ersatzmann Noé spielte erst seine 2. Partie mit Notation. Verblüffenderweise konnte er seinen Gegner in bis ins Mittelspiel hinein arg unter Druck setzen und führte längere Zeit mit einem Bauern mehr. Doch ganz in der Manier von Magnus Carlsen platzierte der Zuger Linus Schlummberger mit einem überlegtenTurmmanöver diesen in Noés Bretthälfte und konnte so die Partie drehen. In extremis aber konnte Noé noch eine Mattdrohung in einem Zug aufstellen, die auch leicht übersehen werden hätte können. Doch der Zuger blieb auf der Hut und erkannt die Falle. Noés Notation war bis zum 37. Zug sehr gut, danach aber wurde sie ungenau, daher konnte ich die letzten Züge nicht festhalten.

[pgn parameter=value ...]

1.e4 e5

2.Nf3 Nc6

3.Nc3 Bc5

4. Bc4 Nh6

5. d3 Ng4

6. Bxf7+ Kxf7

7. Ng5+ Kf8 8.Qxg4 h5 9.Qf3+ Qf6 10.Qxf6+ gxf6 11.Nf3 Nb4 12.O-O d6 13.Nh4 Rg8 14.Bh6+ Kf7 15.Nd5 Nxd5 16.exd5 Rg4 17.g3 Rd4 18.Rab1 Rxd5 19.b4 Bd4 20.Be3 Bb6 21.Rfd1 Bd7 22.c4 Ba4 23.Re1 Rxd3 24.Bxb6 axb6 25.Re3 Bc2 26.Rxd3 Bxd3 27.Rb3 Bxc4 28.Rc3 Bd5 29.Rxc7 +Ke6 30.h3 Rxa2 31.g4 Ra1+ 32.Kh2 Rh1+ 33.Kg3 Rg1+ 34.Kh2 Rf1 35.Ng6 Rxf2+ 36.Kg1 Rg2+ 37.Kf1 [/pgn]

Partie von Robin

Robins Partie wogte hin und her. Er konnte einigen Druck auf den rochierten Königsflügel seines Gegners aufbauen. Ich denke, vielleicht wäre sogar mit einem Damenopfer ein erzwungenes Matt möglich gewesen. Doch auch hier zeigte der Zuger Spieler Übersicht und konnte mit der Fesselung von Robins Dame diese rauben und in der Folge die Partie ungefährdet heimschaukeln. Da sich im Partieformular ziemlich am Anfang ein Fehler eingeschlichen hatte, konnte ich diese Partie nicht aufzeichnen.

Welches Resümée bleibt? Wir waren nicht allzu weit weg von einem Achtungserfolg. Die Spieler konnten gut mit der vielen Zeit umgehen und nahmen sich für wichtige Züge auch mal einige Minuten Zeit. Es fehlte im Gegensatz zu den Zugern die Erfahrung und die Abgebrühtheit in den kritischen Spielphasen. Mir gibt dieses Spiel viel Zuversicht für die kommenden Runden. Gut gemacht, Jungs!!

Den Zugern gratulieren wir natürlich zu diesem Sieg.

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